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Reise in das Land, wo die Tränen der Prinzessin zu Bernstein wurden
Polentour 2011
Teilnehmer : Micha und Simona
Trikerhoelle und Kerschtin
Roger ( eine Woche )
Tag 1 Döbern - Mielno
Es geht los. Endlich Urlaub und das Abenteuer Polen beginnt. Nach intensiver Tourenplanung begeben wir uns frohen Mutes auf den Weg an die polnische Ostseeküste. Schon nach wenigen Kilometern auf polnischem Gebiet ist die ganze Planung hinfällig. Der sehr schlechte Zustand der Nebenstraßen zwangen uns zu einem Umweg über die sogenannten Hauptstraßen, die diesen Namen aber auch nicht so richtig verdienen. Nach einem ausgiebigen Mittagsmahl und dem ersten schlürfen der polnischen Spezialität "Flaki" erreichten wir am späten Nachmittag den anvisierten Campingplatz im Urlauberort Mielno.Mitten in der Stadt, umgeben von vielen Buden mit Ramsch und Leckereien hat dieser Platz seinen eigenen Charme. Der verpuffte allerdings sehr schnell, als uns ein Platz genau neben dem Spielplatz zugewiesen wurde. Was soll`s - schnell aufgebaut, ein paar ermahnende Blicke in Richtung der lautstark spielenden Halbwüchsigen geworfen und dann wurde Abendbrot gemacht. Nach gut 480 anstatt geplanter 400 km in den Knochen waren wir alle. Die eingeworfenen Mischungen Cola Whiskey taten ihr übriges und relativ schnell ging bei uns das Licht aus. Erstaunlicherweise war trotz vieler Kinder und Jugendlicher auf dem Platz und dem Boulevard von Mielno um 22 Uhr Ruhe.

Tag 2,3 und 4 Mielno und Fahrt nach Leba
Heute ist Micha`s 55. Burzeltach. Gleich nach dem frühmorgendlichen Duschgang gratulierten wir alle dem Geburtstagskind und nach dem Frühstück ging es an die Ostsee. Knapp 500 Meter hinter dem Campingplatz erreichten wir die Küste. Herrliches Wetter lud zu einem kleinen Spaziergang am Meer ein. Gegen Mittag löste dann auch der aufkommende Durst beim Geburtstageskind Spendierfreudigkeit aus und das erste kühlende Bier der Marke "Tyskie" floß durch die Kehlen. Auch wenn keiner unserer Frauen Geburtstag hatte durften sie sich was wünschen und so begann ein ausgiebiger Shopping - Nachmittag. Während die Augen der Herren von Bistro zu Bistro wanderte kamen unsere Frauen zu der Erkenntnis - hier ist nix zu holen. Kaum Klamottenläden und Massen von Andenken - und Ramschläden halfen unseren Brieftaschen nicht dünner zu werden. Gott sei Dank erstickte das örtliche Angebot aufkeimende Hoffnungen auf ausgiebige Shoppingtouren.
Am nächsten Morgen stand erstmal eine, durch die schlechten Straßen verursachte Reparatur auf dem Plan.An Trikerhoelle`s Trike hatte sich eine Rücklichtschale komplett in Wohlgefallen aufgelöst. Frohen Mutes ging es in die nächstgrößere Stadt Koszalin. Schnell war eine Werkstatt gefunden, doch wir mußten lernen mit der polnischen Ruhe und Gelassenheit umzugehen. Da kein Original Rücklicht aufzutreiben war, bot mir die Werkstatt an, auf polnische Rücklichter umzurüsten. In der stillen Hoffnung, nicht ein paar Lampen von einem T 34 angebaut zu bekommen, willigte ich ein und in weiser Voraussicht bestellte ich gleich 2 Paar. Nach gut 4 Stunden warten unter der erbarmungslos ballernden Sonne war es vollbracht und die neuen Rücklichter montiert. Zurück auf dem Campingplatz ging es dann, mit den dort geduldig wartenden Frauen an den Strand zu baden.
Dienstag - ein guter Tag um weiter zu ziehen. Zeitig wurde gepackt und wir waren wieder auf der Piste. Ziel unserer Reise - der Ferienort Leba an der Ostseeküste, der durch seinen ausgedehnten Wanderdünen bekannt wurde. Die knapp 150 km waren verhältnismäßig schnell abgespult. Allerdings forderten die polnischen Straßen und das Fahrverhalten der polnischen Kraftfahrer unsere vollste Aufmerksamkeit. Tiefe Spurrinnen und eine der Marsoberfläche ähnelnde Kraterlandschaft machen hier das Triken zum aktiven Fahrvergnügen. So muss man sich beispielsweise nicht wundern, wenn man als Kolonne bei 80 km/h ( wo es mal möglich war ) von diversen LKW, einschließlich ihrer wild hin- und herhüpfenden Trailern überholt wird. Unterwegs entdeckten wir allerdings auch ein absolutes Highlight. Eine wunderschöne, nostalgisch eingerichtete Gaststätte. Hier vebrachten wir eine Menge Zeit, erstens wegen dem wunderbaren Essen, zweitens, weil sich unsere Ankunft wie ein Lauffeuer verbreitete und wir dem halben Dorf als Fotoobjekte dienten. Schnell kam man ins Gespräch und wir bekamen eine Privatführung durch ein kleines technisches Museum und dem ausgestellten Fahrzeugpark.Nachmittags Ankunft im Leba. Der uns zugewiesen Stellplatz war nicht optimal, entpuppte sich aber im nachhinein als Pole-Position. Keine 100 Meter bis zu einem herrlichen Restaurant - besser geht es nicht. Abends erkannt wir dann auch diesen glücklichen Umstand. Nach diversen Baccardi - Cola, Tequila, Martini und einem Schnaps, dessen Namen man erst perfekt polnisch nach einem feucht-fröhlichen Abend aussprechen kann, wurde der Heimweg nicht so weit. Tascha - unsere Lieblingskellnerin verstand zwar kein Deutsch, aber auf Grund einer durchdachten Mischung aus Deutsch, etwas Englisch, bruchstückhaftem Polnisch und einigen Fetzen Russisch verstanden wir uns ( zumindest hatte ich den Eindruck ) und sie brachte auch immer genau das, was wir bestellt hatten.



5. Tag Wanderdünen Leba
Vormittags ging es an die Wanderdünen. Ein perfekt ausgeklügeltes System von Mini - Elektrobussen ermöglichte es uns, die insgesamt ca. 12 km lange Strecke vom Campingplatz bis zu den Wanderdünen fast ohne jede Eigenbewegung zu bewältigen. Super - für unsere Verhältnisse preiswert und absolut umweltschonend wird man hier durch das Landschaftsschutzgebiet kutschiert. Die sich vor uns aufbauende riesige Dünenlandschaft verschlug uns die Sprache. Auf Grund einer, kurz vor dem Urlaub erlittenen Knieverletzung entschloss ich mich, die Weiten der gigantischen Dünen nicht zu erkunden und Micha stellte sich sofort aufopferungsvoll als mein persönlicher Security zur Verfügung. Gemütlich ließen wir uns in den Sand plumpsen und unsere Frauen begaben sich, ausgerüstet mit Kamera`s, auf eine nicht enden wollende Dünenwanderung. Nach gut einer Stunde, beladen mit diversen fotographischen Aufnahmen und abgekämpft kamen unsere Frauen und Roger zurück. Ich glaube sie wußten nun, wie sich Rommels Truppen gefühlt haben müssen, als sie hier vor dem Afrikafeldzug in den Dünen von Leba trainiert haben. Micha und ich hingegen waren total entspannt und voller Hoffnung, der am Nachmittag geplante Bummel durch Leba würde stark verkürzt oder garnicht stattfinden. Allerdings haben wir uns bei der Standhaftigkeit der Frauen verschätzt. Anstatt Shopping und lecker Piwo stand am Nachmittag noch ein Strandspaziergang auf dem Plan. Abends ging es noch auf einen Absacker zu Tascha und relativ zeitig ging es in den Schnarchcontainer.Leider hatte dieser Tag zumindest für Micha ein trauriges Ende - sein Fotoapparat ging auf unerklärliche Weise seinen Weg zu Manitu, oder in die Tasche eines Mitbürgers in Leba.
All die schönen Fotos der ersten Urlaubstage sind dahin. Nur gut das ich voll ausgestattet bin und mit 3 Apparaten alle Highlights weiter festhalten kann.

6.Tag Auf zur Halbinsel Hel
Früher Morgen und nach einem guten Frühstück ist schnell gepackt. Rogers Lastesel entpuppte sich allerdings als kleine Spaßbremse, denn bei jedem Tankstop musste er erst den Stuhl und 2 Koffer abschnallen, eh er an den Tankstutzen kam. So verzögerte sich bei jedem Boxenstop die Weiterfahrt um einige Zeit. Nur gut, sein Retro-Family mit Ford-Motor war nicht ganz so durstig wie unsere Boxer.Die Fahrt zur Insel Hel gestaltete sich mit ca. 100 km als nicht ganz so heftig - sollten die polnischen Straßen mitspielen.Die befahrenen Nebenstraßen waren halbwegs passabel und wir kamen gut voran. Allerdings stoppte ein Stau im Urlauberort Wladislawowo unseren Vorwärtsdrang. Irgendwann Nachmittags waren wir auf der Halbinsel Hel. Ein wahres Surferparadies.Überall Campingplätze voll Jugendlicher, die mehr oder weniger professionell das Surfen oder Kite-Surfen betrieben.Beeindruckend war die Landschaft der Halbinsel. Rechts die Küste der Danziger Bucht, gleich daneben die Straße, neben der gleich die Bahnstrecke verlief und dann noch 50 Meter und man war an der offenen Ostsee. Alles auf einer Breite von knapp 200 Metern. In Jurata, 8 km vor Hel fanden wir dann einen geeigneten Zeltplatz. Man war das ein Genuß - Platz ohne Ende für unsere Qeki`s und Rogers DRK-Zelt, gepflegte Sanitäranlagen und RUHE !!!! Zum Ostseestrand waren es 500 Meter und zur Danziger Bucht 300 Meter. Herz was willst du mehr. Nachdem alles aufgebaut war fuhr der ganze Trupp noch nach Hel - Stadtbesichtigung war angesagt. Der total besoffene Parkplatzwächter laberte uns in einer Tour zu, aber er hatte für uns gleich nen Stadtpaln parat, so dass die Orientierung in dem Fischerstädtchen kein Problem war. Da am nächsten Tag das Wetter nicht badetauglich werden sollte und auf Grund Rogers bevorstehender Abreise einigten wir uns, dass am nächsten Tag eine Fahrt mit der Fähre nach Danzig stattfinden sollte. Also schnell zum Fähranleger, Preise und Abfahrtszeiten auskundschaften und dann auf einen leckeren Eisbecher in eines der unzähligen Starßencafe`s. Nachdem dann auch der fiese Nieselregen aufgehört hatte zog es uns wieder in unser Camp nach Jurata. Der nun mittlerweile noch betrunkenere Parkplatzwächter organisierte lauthals schreiend von seiner Frau einen neuen trockenen Lappen und als speziellen Service für die erhaltenen Zloty trocknete er die Sitze unserer Trikes. Micha mit seinem schweizer Armeehelm hatte es ihm besonders angetan und er mußte sich vom torkelnden Männchen noch eine Sammlung alter Helme ansehen, die er in seinem Auto gebunkert hatte. Schnell noch nen Absacker und dann gingen bei uns die Lichter aus.

7. Tag Stadtbummel durch Danzig
Ein besonderes Abenteuer erwartet uns heute. Die Fahrt mit einem polnischen Liniebus nach Hel und die gut 2 1/2 stündige Fahrt mit der Fähre von Hel nach Danzig.Positv überrascht waren wir von den Preisen. Die Busfahrt war pillepalle und die Fähre kostete pro Person 10 € für Hin - und Rückfahrt.Voller Sorge, ob nicht doch noch einer der berühmt - berüchtigten grauen Wölfe vor uns auftaucht, betreten wir die Fähre. Die zuvor aufgekeimten Sorgen wichen der Befürchtung, wir könnten die Küste von Danzig nicht erleben auf Grund des Zustandes unseres Kahnes. Alles was hier an beweglichen Teilen, wie z.B. Pumpen - und Rohrleitungsventile, waren durch eine dicke Farbschicht untrennbar und unbeweglich mit dem Rest des Schiffes verbunden. Nun denn, mutig nach vorn schauend begeben wir uns auf die Spuren von Lord Nelson und Vasco DaGama und erobern ein, für uns persönlich neues Terrain.Die Überfahrt nach Danzig war ruhig und vor uns breiteten sich die Umrisse der Städte Gdynia, Sopot und Gdansk aus. Bei Sopot fiel mir spontan ein Lied der polnischen Gruppe "Rote Gitarren" ein und so kam es, dass wir gemeinsam das Liedchen "Weißes Boot" zumindest in den wichtigsten Fragmenten trällerten.Nach einer ausgiebigen Hafenrundfahrt und dem passieren des Mahnmales auf der geschichtsträchtigen Westerplatte legen wir Mitten in des Altstadt an. Es ist schon beeindruckend, wie die Polen die im 2. WK zu 90 % zerstörte Stadt wieder aufgebaut haben. Unzählige Galerien und Verkaufsstände boten ihre Bernsteinarbeiten zum Kauf an. Zumindest bei diesen Preisen hat man schon überdurchschnittliches europäisches Niveau erreicht. Nach einem echt tollen Mittagsmahl in einer der vielen Promenadenkneipen starteten wir frisch gestärkt zur Besichtigungstour durch Danzig. Das bunte Treiben ( incl. einer öffentlichen Managerschulung ) in der Stadt ist schon Wahnsinn. Mit Adleraugen entdeckten unsere Frauen sogar eine Filiale von Rossmann. Nach ca. 5 Stunden und einem leckeren Abschlussmahl durch Fam Lehmann ( Fettstulle ) endet unser Besuch in Danzig. Auch die Rückfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse. Allerdings entwickelte sich die anschließende Busfahrt zum Campingplatz als bandscheibenquälende Foltertour. Uns kam es vor, als ob der Minibus gänzlich auf jegliche Art von Federung verzichtete und mit voller,grausamer Wucht jede Bodenwelle direkt an die Bandscheiben weitergab. Positiv an der Fahrt war, dass der nette Busfahrer auf unser Zeichen hin direkt vor unserem Camp den Anker warf und uns dadurch rund 1 km Fußweg ersparte.




8. - 12. Tag Aktivurlaub auf der Halbinsel Hel
Nachdem uns Roger nun verlassen hatte, war für uns relaxen angesagt. Das Wetter entwickelte sich recht schnell zum positiven. Badeurlaub vom Feinsten war angesagt. Natürlich nutzten wir auch die Zeit, um die eine oder andere Tour zu machen. Mittagessen in einer alten russischen Passagiermaschine des Typ`s TU 134, ein Besuch des Fischereihafen`s und einer urigen "Jack Daniels Kneipe" - und und und. Die Zeit verging wie im Fluge. Angenehme Temperaturen und ein strahlend blauer Himmel luden auch immer wieder zu einem erfrischenden Bad in der Ostsee ein. Als äußerst praktisch erwies sich dabei der Umstand, dass auf Hälfte der unzumutbaren Distanz von 500 Metern zum Strand ein kleiner Kiosk war, an dem Mann auch zu alkoholikertypischen Zeiten ( also vor 18.00 Uhr ) ein lecker frisch gezapftes Pilsettchen einwerfen konnte.
In besonderer Erinnerung ist mir von diesen Tagen unser abendlicher Besuch der thailändischen Gaststätte im Zentrum von Jurata. Ein Blick auf die Speisekarte ließ mich schlimmes ahnen. Kein Wort deutsch und alles solche Speisen, die alleine vom lesen des Namens einem das brennen in den Rachen trieb.Mit unserer bis dahin schon perfekt beherrschten Mischung aus deutsch . polnisch - russisch - englischem Kauderwelsch verständigten wir uns mit dem Kellner auf einige Speisen und beschlossen, jeder darf bei jedem mitessen, um die Vielfalt der Küche allen zugänglich zu machen. Als erstes kam eine feuerrote Suppe auf den Tisch, die allein schon durch ihr Aussehen alle Alarmglocken klingeln ließ. Und so war sie dann auch. Heiß und feurig. Als nächstes folgte ein Süppchen, dass den Anschein der leibhaftigen Unschuld erweckte. Irgendwie identifizierten wir in der Beschreibung der Suppe in der Speisekarte das Wort Kokosmilch und glaubten fest daran, kein Teufelsmahl gewählt zu haben. Weiß und wohlreichend stand die Suppe in ihrer Schüssel auf dem Tisch. Ein erster kräftiger Schlürfer weckte jedoch die gesamte Hölle auf und konzentrierte sich in der Suppe. Der Begriff "scharf" vermag die fast ätzende Wirkung in der Speiseröhre nicht zu beschreiben. Tränen in den Augen und absolut freie Nasenflügel waren das Ergebniss dieser Suppe. Alles andere an Speisenm was dann folgte war Kindergeburtstag - zumindest verspürten wir kaum noch Genussesfreuden im Gaumen. Jetzt wußte ich auch, warum unser Kellner immer so schelmisch schaute und sich diebisch freute, wenn er an unserem Tisch vorbei kam. Glücklicherweise funktionierte die Versorgung mit absorbierenden Flüssigkeiten wie Martini, Caipi, Bier und Tequila reibungslos. Nach einigen Drinks normalisierten sich dann auch Atmung und Blutdruck und wir waren einstimmig der Meinung - das war Spitze.




13.Tag Tour durch Mittelpolen zum Triketreffen in Lodz
Heute steht nun die letzte Etappe unserer "Tour de Polen" auf dem Plan. Knapp 430 km sind abzuspulen, um das Etappenziel Ozorkow bei Lodz zu erreichen, wo schon Kapitän Bogdan auf uns wartet, um gemeinsam mit uns das mittlerweile 4. Triketreffen in Polen zu feiern. Bei herrlichstem Wetter verabschieden wir uns von der schönen Insel Hel und der Weg führt uns über holprige, nervenaufreibende Straßen an den Stadtrand von Danzig, wo wir endlich wieder ein paar Kilometer Autobahn abreißen können. Welch wohltat für unsere geschundenen Bandscheiben mit 80 über Top gebaute Autobahnen zu cruisen. Die Freude währte allerdings mur 2 Stunden und mit dem erreichen von Torun begann der polnische Landstraßenwahnsinn von Neuem. Ein Umleitung stiftete bei mir als Tourführer einige Verwirrung und nach dem mehrmaligen unfreiwilligem Umrunden dieser fanden wir auch den richtigen Ausgang in Richtung Lodz. Die Krönung aller Strapazen erwartete uns rund 100 km vor Lodz in der Stadt Wloclawek. Straßen, die wirklich diesen Namen nicht verdienten schüttelten uns kräftig durch und in Erwartung eines bevorstehnden Gabelbruches hielt ich den Lenker krampfhaft fest. Ein Blick in den Rückspiegel ließ mich zusammenzucken.Unsere, durch einen im Urlaub feierlich überreichten blauen Freundschaftstopflappen eng verbundenen Freunde Micha und Simona waren weg. Bange Minuten des Wartens vergingen. Endlich kamen sie angeschlichen - aber sie kamen. Der nach unten zeigende Daumen von Simona war kein, durch die schlechten Straßen verursachter Haltungsfehler, sondern signalisierte uns einen technischen Notstand an Michas Trike. Ein unerklärliches Schleifen am rechten Hinterrad deutete im ersten Moment auf einen Defekt des Radlagers hin, was bei den Straßenverhältnissen nicht verwunderlich wäre. Als erstes beschlossen wir eine Drehprobe des betroffenen Rades. Mitten in der Stadt, 1m vom Fahrbahnrand weg öffnete Micha die Wartungsluke des Qek`i und nach durchwühlend diverser mitgeführter Proviantbüchesen aus sächsischen Gefilden kam ein Wagenheber zum Vorschein. Aufbocken ist unter anderen Umständen sicherlich eine Umschreibung für ein recht schöne Sache, aber bei knapp 30 Grad und donnerndem Verkehr treibt es einem den Schweiß auf die Stirn. Kurz das Rad in alle mögliche Richtungen gedreht und gewackelt und die Schnelldiagnose stand fest - da ist nix. Die Gegenprobe am anderen Rad verlief auch positiv und frohen Mutes, dass Ortsausgangsschild schon vor den Augen verlassen wir dieses straßenverkehrstechnisch mörderische Stadt. Micha vor uns und in Erwartung des Supergaus Radlagerschaden spulten wir noch 80 km ab, bevor wir kurz vor dem Ziel noch eine kurze Pause einlegten. Kaffee und Cola bestellt und - oh Schreck, die mögliche Ursache für Micha`s Schleifen am Rad fiel mir in die Augen. Bei mir hat es die mittlerweile 2. Rücklichtschale entschärft. Wahrscheinlich hat Micha diese mit seinem Rad aufgesammelt, die dann am Kotflügel dieses schleifende Geräusch ausgelöst hat, bevor sie sich in 1000 Teile auflöste.Nur gut, ich hatte ja intuitiv schon 2 Paar bei der ersten Rücklichtauflösung bestellt.
Geschafft, aber froh dass Micha`s Schaden doch kein echter war erreichten wir gegen 17.30 Uhr den Festplatz in Orzorkow, wo uns Bogdan schon sehnsüchtig erwartete.


Hier endet nun meine Tourbeschreibung. Micha übernimmt den Part des Autor`s für das Triketreffen in Polen.
Alles in allem kann ich nur sagen - Polen ist, trotz schlechter Landstraßen ein Reise wert. Nette Leute, nur positive Erfahrungen und viele kleine, nette Geschichten am Rande machen das Land sehens - und erlebenswert.
Ach - bevor ich es vergesse. Nochmal zur Überschrift. Bei der Prinzessin deren Tränen zu Bernstein wurden, handelt es sich um Prinzessin Jurate ( sie gab der Stadt Jurata auch ihren Namen ), die wohl schon vor tausenden von Jahren wußte, welche Straßen mal gebaut werden und über dieses unendliche Leid soviel Tränen vergoß, dass diese heutzutage jeder Touri in Form von Bernstein kaufen kann. Wer viel Zeit hat, kann mit viel Glück auch Bernstein an der Ostsee finden.
Trikerhoelle
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